Nachtfahrten, und warum sie wichtig sind

Was bei Nachtfahrten zu beachten ist

Unter keinen anderen Verkehrsbedingungen ist das Auge so gefordert wie bei Dunkelheit und Dämmerlicht. Jeder, der Nachtfahrten antritt, sollte zudem bedenken, dass der Körper eigentlich auf Ruhe eingestellt ist.

Autofahren bei Dunkelheit

Wer abends oder nachts mit dem Auto in einer fremden Umgebung unterwegs ist, kennt das Problem: Wenn Straßen schlecht ausgeleuchtet sind, muss man die Augen besonders anstrengen, um sich zu orientieren. Kommt dann zur Müdigkeit auch noch Regen oder Nebel dazu, sind Verkehrsschilder besonders schlecht zu erkennen. Der Fahrer wird langsamer, die Unsicherheit steigt.
Für den Verkehrspsychologen Thomas Wagner von der Dekra ist das ein typisches Szenario. Denn: „90 Prozent der Informationen, die wir zum Fahren benötigen, werden über die Augen aufgenommen. Sie sind das Fenster zur Verkehrssicherheit. Wer schlecht sieht, schätzt auch Distanzen falsch ein, und das erhöht das Unfallrisiko“, sagt Wagner. 

Grundsätzlich treffen bei Nachtfahrten drei Faktoren zusammen: 

Der Mensch und seine Leistungsfähigkeit
Das Alter und das Fahrvermögen sind also entscheidende Faktoren. Bei Dunkelheit und schlechter Sicht mit wechselnden Lichtverhältnissen müssen sich zudem die Augen ständig neu anpassen, was unweigerlich auch zu einer Reaktionsverzögerung führt.

Die jeweilige Situation
Sie ergibt sich etwa aus den Wetter-, Licht- und Straßenverhältnissen. Je schlechter die Bedingungen, desto höher daher die Unsicherheit. Aber jeder Autofahrer kann vorsorgen: ganz praktisch durch Reinigen. Denn von innen oder außen verschmutzte Scheiben verursachen Streulicht und verhindern damit eine klare Sicht. Auch die Scheinwerfer sollten stets sauber sein.

Die anderen Verkehrsteilnehmer
Das Verhalten von Fußgängern, Rad-, Motorrad und Autofahrern ist nicht berechenbar bzw. vorhersehbar. Das fängt beim gedankenlosen Überqueren der Straße oder dem Wildparken an und hört bei lauter Musik oder dem Sicherheitsabstand noch lange nicht auf.

Tipps für Nachtfahrten
Wenn sich das Autofahren bei Dunkelheit nicht vermeiden lässt, sollte man zu seinem eigenen Nachtsichtassistenten mit Müdigkeitserkennung werden:
– Für eine kurze Aufmunterung kann ein Powernapping sorgen (s. Schlüssel-Test).
– Wer Kaffee als Muntermacher bevorzugt, sollte berücksichtigen, dass das Koffein seine anregende Wirkung erst nach 30 bis 40 Minuten entfaltet.
– Wer aber das Bedürfnis hat, sich zu bewegen, sollte sich dehnen und strecken oder über den Parkplatz gehen. Das hilft gegen Müdigkeit und kann Verkrampfungen lösen.
– Auf langen Fahrten sollte alle zwei Stunden eine ausgiebige Pause folgen.
– Wer länger als sieben Stunden ohne Fahrerwechsel unterwegs ist, braucht eine Übernachtung.

Quelle: https://achtpronacht.de/nachtfahrten/